| Polygrafen-Ausbildung
Wie heisst der Beruf, den wir ausbilden? Der Beruf heisst Polygrafin mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) respektive Polygraf mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ).
Welche Fachrichtungen gibt es? Es gibt zwei Fachrichtungen: Mediengestaltung und Medienproduktion. Die Fachrichtung Medienproduktion vermittelt den Stoff der bisherigen Polygrafinnen-/Polygrafen-Ausbildung, aber mit einer Vertiefung der Kenntnisse im Datenhandling (Text- und Bildbearbeitung) und in den Informatikgrundlagen. Die Fachrichtung Mediengestaltung setzt den Schwerpunkt auf Konzeption und Gestaltung von Print- und Screenprodukten. Wir bilden ausschliesslich Lernende in der Fachrichtung Medienproduktion aus.
Wo arbeitet eine Polygrafin/ein Polygraf? Der Arbeitsplatz ist in einem Premediabetrieb, einer Druckerei, einem grafischen Unternehmen, einem Grafikatelier, einer Werbeagentur oder bei einem Multimedia-Dienstleister.
Welche Geräte braucht eine Polygrafin/ein Polygraf für die Arbeit? In erster Linie arbeitet er/sie am Computer: in der Werbebranche und in Druckereien meist an einem Macintosh mit Mac OS X.
Mit welchen Computerprogrammen arbeitet eine Polygrafin/ein Polygraf? Er/sie arbeitet vor allem mit der Creative Suite von Adobe, also mit den Programmen InDesign, Photoshop, Illustrator und Acrobat. Als Alternative zu InDesign ist die Layoutsoftware QuarkXPress weit verbreitet.
Wo werden die Lehrstellen ausgeschrieben? Jeweils im Januar schalten wir ein Inserat in der Lehrstellenbörse im Internet unter www.viscom.ch. Zusätzlich können vor den Herbstferien offene Ausbildungsplätze im Lehrstellennachweis des Kantons Basel-Stadt unter www.lenabb.ch eingetragen werden.
Welche Berufsanforderungen werden an zukünftige Lernende gestellt? Interesse an Informatik, Teamfähigkeit, Kreativität, zeichnerische Begabung, Fantasie und Ideenreichtum, Beobachtungsgabe, rasche Auffassung, Exaktheit, Farbunterscheidungsvermögen, Freude an der Sprache, technisches Verständnis, Vorstellungsvermögen, Flexibilität und auch unter Zeitdruck arbeiten zu können.
Wie sehen die Berufsanforderungen an eine Lehrstellenbewerberin/einen Lehrstellenbewerber aus? 1. Bestandener Eignungstest (vor der Schnupperlehre). 2. Schulische Mindestanforderungen: ein höherer Abschluss WBS (BS), Sekundarschule Niveau E (BL) oder Bezirksschule (SO/AG) mit guten Erfahrungsnoten. 3. Einsenden der vollständigen Bewerbungsunterlagen: Bewerbungsschreiben mit Lebenslauf oder Personalienblatt, Kopie des Eignungstests (mit Gesamtbewertung und Zertifikat) und Kopien der vier letzten Schulzeugnisse.
Welcher Eignungstest ist das? Um die Berufseignung abzuklären, führt Viscom einen schulischen Wissenstest durch: den «Eignungstest für den Beruf Polygrafin/Polygraf». Für die meisten Unternehmen heisst das: Bewerberinnen und Bewerber, die sich für eine Lehrstelle interessieren, müssen vor der Schnupperlehre den Eignungstest absolviert und bestanden haben. Ohne bestandenen Eignungstest führen wir keine Vorstellungsgespräche und keine Schnupperlehren durch. Einzige Ausnahme: Die Bewerberin/der Bewerber hat einen höheren Schulabschluss in der Tasche (zum Beispiel Fachmaturitätsschule FMS oder Gymnasium).
Wo kann der Eignungstest absolviert werden und was kostet er? Der Eignungstest wird in Aarau monatlich und in Basel alle zwei Monate an den Berufsfachschulen durchgeführt und kostet Fr. 100.–. Die Anmeldung erfolgt übers Internet: www.viscom.ch –> Berufsbildung –> Polygraf EFZ –> Eignungstests –> Anmeldung.
Wie geht es nach dem Eignungstest weiter? In einem ersten Auswahlschritt entscheiden wir nach folgenden Kriterien, wen wir zu einem Vorstellungsgespräch einladen: Wie sieht das Resultat des Eignungstests aus? Welche Schule(n) hat die Bewerberin/der Bewerber besucht? Welche Schulnoten hat er/sie erreicht? Wie stabil waren diese Noten in den vergangenen Schuljahren? Wie viele unentschuldigte Absenzen stehen im Zeugnis? Ausserdem achten wir darauf, ob jemand bezüglich Alter ins Team passt. Der Arbeitsweg ist selbstverständlich auch ein Kriterium: An- und Rückreisezeiten von mehr als einer Stunde sind nicht realistisch.
Wie lange dauert eine Schnupperlehre? Eine Schnupperlehre dauert drei bis maximal fünf Tage.
Wie geht es nach der Schnupperlehre weiter? Nach den Schnupperlehren kommt jeweils der schwierigste Teil der Auswahl für uns: Es muss eine Entscheidung getroffen werden, mit wem die Lehrstelle(n) besetzt werden soll(en). Die während der Schnupperlehre von uns gesammelten Erfahrungen und Eindrücke werden in einer Bewertung oder Entscheidungsanalyse festgehalten. Meistens treffen wir uns mit den Bewerberinnen/Bewerbern, die in die engere Wahl gekommen sind, zu einem weiteren Gespräch. Nach den Gesprächen wird die Wahl getroffen und die zukünftigen Lernenden werden informiert. Bei jeder Lehrstellenbesetzung hoffen wir, die für uns «richtige» Wahl der Lernenden/des Lernenden getroffen zu haben.
Wie lange dauert die Berufsausbildung? Die Berufslehre dauert vier Jahre inklusive Besuch einer Berufsfachschule und überbetrieblicher Kurse (üK). Pro Jahr sind fünf Wochen Ferien vorgesehen.
Wie viele Stunden arbeitet man pro Tag? Ein Arbeitstag dauert 8 Stunden.
Wann beginnt die Ausbildung? Lehrbeginn ist jeweils am Montag in der 5. Sommerferienwoche. Schulbeginn für die GVK (Grundschule für visuelle Kommunikation) ist jeweils eine Woche nach dem offiziellen Schulbeginn im Kanton Basel-Stadt. Dem GVK-Beginn geht ein zweiwöchiges Praktikum im Lehrbetrieb und während einer Woche der erste überbetriebliche Kurs (üK) an der Schule für Gestaltung (SfG) in Basel voraus.
Was wird in den überbetrieblichen Kursen (üK) vermittelt? In den üK werden in erster Linie praktische Programmkenntnisse vermittelt: zum Beispiel im 1. Bildungsjahr die Einführung in ein Layoutprogramm (zum Beispiel Adobe InDesign) und das Arbeiten mit einem Bildbearbeitungsprogramm (Adobe Photoshop).
An welcher Berufsfachschule findet der Unterricht statt? Die Lernenden besuchen die SfG an der Vogelsangstrasse 15 in Basel.
Welche Fächer werden im 1. Bildungsjahr respektive in der GVK unterrichtet? Als berufsspezifische Fächer werden an der Berufsfachschule unterrichtet: Fachkenntnisse wie Konzeption/Gestaltung, Typografische Grundlagen, Werksatz, Schriftentwicklung, Farbenlehre, Freihandzeichnen, Skizziertechniken, Formenlehre, Bildgestaltung, Fotografische Aufnahmetechniken, Infografik, Coporate Identity/Design, Informatik, Datenübernahme, Datenerfassung, Datenbearbeitung, Datenausgabe Arbeitsvorbereitung Bild und Text. Daneben werden Sprachen (Deutsch, Französisch und Englisch), Allgemeinbildung (ABU) und Sport unterrichtet.
1. Bildungsjahr: Das 1. Bildungsjahr findet mehrheitlich an der Berufsfachschule statt. Jeweils am Donnerstag sind die Lernenden im Betrieb. Sie realisieren kleinere Produktionsaufträge oder Übungsaufgaben, lernen oder repetieren GVK-Stoff. Daneben finden im Sommer, Herbst und Frühling während insgesamt acht bis zehn Wochen drei Praktika im Lehrbetrieb statt.
2. Bildungsjahr: Ab dem 2. Bildungsjahr arbeiten die Lernenden im Betrieb. Daneben besuchen sie im 3. Semester jeweils an eineinhalb Tagen in der Woche die Berufsfachschule und ab dem 4. Semester jeweils einen Tag pro Woche. Absolventinnen und Absolventen der Berufsmaturität (BM) besuchen zusätzlich an einem weiteren Tag den BM-Unterricht. Unser betriebsinterner Ausbildungsplan sieht während des 2. Bildungsjahrs an zwei Tagen pro Woche Mitarbeit im Zeitungsbereich (Layout, Umbruch, Datenkontrolle und -übernahme bei unseren Lokalzeitungen) vor.
3. Bildungsjahr: Im 3. Bildungsjahr umfasst der Schulunterricht jeweils einen Tag pro Woche. Unser betriebsinterner Ausbildungsplan sieht vor, dass die Lernenden im 3. Bildungsjahr in der Medienvorstufe mitarbeiten, vor allem bei der Produktion von Akzidenzen, Broschüren, Zeitschriften und Büchern.
4. Bildungsjahr: Im 4. Bildungsjahr findet der Unterricht ebenfalls jeweils an einem Tag pro Woche statt. Gemäss unserem betriebsinternen Ausbildungsplan besteht das 4. Bildungsjahr vor allem aus Bildbearbeitung und Prüfungsvorbereitung.
Findet in der Halbzeit der Berufslehre eine Zwischenprüfung statt? Ja, gegen Ende des 2. Bildungsjahres findet eine praktische Teilprüfung statt. Diese dauert einen Tag (7 bis 8 Stunden).
Welche Prüfungsaufgabe müssen die Lernenden an der Teilprüfung ausführen? Die Teilprüfung umfasst die Umsetzung eines ein- oder zweifarbigen Auftrages. Geprüft werden Lerninhalte der ersten beiden Bildungsjahre. Beispielweise ein Prospekt, ein Flyer oder eine ähnliche Drucksache muss standrichtig nach Vorlage nachgesetzt werden. Passend zur Drucksache muss ein Umschlag, eine Titelseite, ein Inserat oder eine Anmeldekarte gestaltet werden. Mehrere schwarz-weisse Bilder und ein Duplexbild sind zu bearbeiten. Folgende Positionen werden bewertet: Position 1: Datenerfassung und Datenübernahme Position 2: Datenbearbeitung Position 3: Datenausgabe
Wie ist die Lehrabschlussprüfung im Beruf Polygrafin/Polygraf zusammengesetzt? Jeweils von April bis Juni findet im 4. Bildungsjahr das Qualifikationsverfahren (QV) der beruflichen Grundbildung statt. Dieses besteht grundsätzlich aus zwei Teilen: 1. einer praktischen Aufgabe, die an zwei Tagen im Lehrbetrieb oder an einer Berufsfachschule realisiert werden muss; 2. einer theoretischen Prüfung in den Fächern Berufskenntnisse (Text und Bild), deutsche Sprachlehre und Allgemeinbildung (ABU).
Welche Prüfungsaufgabe müssen die Lernenden am praktischen Qualifikationsverfahren (PQV) realisieren? Die Lernenden müssen selbstständig ein Projekt umsetzen, das sich auf die Bildungsinhalte der beruflichen Praxis und der überbetrieblichen Kurse bezieht. Die Prüfungsaufgabe enthält Aspekte wie Planung, Durchführung und Qualitätssicherung.
Wie sehen die Löhne vom 1. bis 4. Bildungsjahr aus? 1. Bildungsjahr: Fr. 275.– 2. Bildungsjahr: Fr. 750.– 3. Bildungsjahr: Fr. 1000.– 4. Bildungsjahr: Fr. 1400.–
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